Monika, Mitinhaberin von WiNK, vereint ihre Leidenschaft für Food, funktionalem Design und konstanten Markenerlebnisse. Inspiriert von kulinarischen Entdeckungen auf Reisen, dem eigenen Weinberg und dem tiefen Interesse an Ernährung und Gesundheit, hat sich ihr Fokus über die Jahre geschärft. Heute bringt sie diese Begeisterung ihrer Agentur WiNK zusammen, die sich auf Food- und Ernährungsmarken spezialisiert.

 

Monika, was begeistert dich am Thema Food?
Das hat sich über die Jahre immer mehr abgezeichnet. Wenn ich auf Reisen bin, zieht es mich automatisch zu lokalen Märkten und neuen Restaurantkonzepten. Für mich sind das die authentischsten Orte, um Land und Leute kennenzulernen. Aber auch im Alltag finde ich viel Freude am Kochen – zum Beispiel, wenn ich mir während eines vollen Arbeitstages die Zeit nehme, mittags oder abends etwas Frisches zuzubereiten. Das gibt mir einen inspirierenden Break und hilft mir, den Kopf freizubekommen. Ausserdem bin ich auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ich weiss, wie viel Arbeit und Leidenschaft in die Lebensmittelproduktion gesteckt wird – das prägt einen natürlich.

Und wie kam es dazu, dass WiNK den Fokus auf Food und Ernährung legte?
Das war ein Prozess. Seit meiner Lehre im Jahr 2006 dreht sich mein Arbeitsleben um Design, Kampagnen, Werbung und Kommunikation. Nach meiner Weiterbildung im Interaction Design dachte ich zunächst, meine Zukunft liegt im Online-Bereich – also Webdesign, Apps, Software. Doch nach rund 50 aufgebauten Webseiten merkte ich, dass mir das Feuer für Online-Marketing fehlt, das ja ein wichtiger Bestandteil digitaler Projekte ist. Als wir WiNK gegründet haben, wurde uns klar, dass eine Fokussierung auf eine Branche viele Vorteile mit sich bringt: Es vereinfacht die Akquise, die Mitarbeiterrekrutierung, den Know-how-Aufbau und auch die eigene Kommunikation. Food und Ernährung war da eine natürliche Wahl für uns – es liegt mir einfach im Blut.

Wer sind aktuell eure Kunden?
Wir arbeiten daran, Lösungen für das gesamte Foodsystem anzubieten. Das beginnt bei der Lebensmittelproduktion und reicht über die Verarbeitung und den Handel bis hin zur Gastronomie, Hotellerie, Ernährungsberatern, Organisationen und Zulieferern – sogar Petfood ist ein Bereich, in dem wir tätig sind. Unser Angebot richtet sich stark nach den Fähigkeiten und dem Know-how unseres Teams, das wir in Zukunft noch weiter ausbauen wollen, insbesondere im Bereich Verpackungsdesign, Markenpositionierung und Kommunikation. Aktuell liegt unser Fokus auf Branding, Grafikdesign, Webseiten und Verpackungsdesign.

Welche Herausforderungen siehst du in der Zusammenarbeit mit der Lebensmittelbranche, und wie begegnet ihr diesen als Agentur?

Eine der grössten Herausforderungen, die wir in den letzen Projekten immer wieder spürten, ist die Abhängigkeit von Lebensmittelherstellern, insbesondere wenn es um Deklarationen und Rezepturen geht. Diese können sich oft verzögern, was unsere Planung, Designs und Timelines beeinflusst.

Ein weiteres Thema sind die hohen Produktionskosten und Abnahme-Mengen im Bereich Packaging, was vor allem für kleine Serien oder Startups eine Herausforderung darstellt. Hier setzen wir auf kreative Lösungen, um auch Manufakturen oder jungen Unternehmen attraktive und funktionale Verpackungen bieten zu können. Wir versuchen, Alternativen zu grossen Auflagen zu finden, die trotzdem den qualitativen Ansprüchen genügen.

Und essenziell ist der Endkonsument – er bestimmt letztlich, was im Einkaufskorb landet. Die Bedürfnisse der Konsumenten sind extrem vielfältig: Budget, Empfänglichkeit für Werbung, persönliche Essgewohnheiten und Haltungen zu Themen wie Regionalität, Nachhaltigkeit oder Ethik bei der Produktion variieren stark. Als Agentur ist es unsere Aufgabe, Marken zu schaffen, die all diese unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigen und dabei authentisch bleiben. Wir analysieren den Markt und die Zielgruppen genau, um massgeschneiderte Kommunikationsstrategien zu entwickeln, die den Nerv der Konsumenten treffen.

Welche Rolle spielt Verpackungsdesign für euch, gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Konsumverhalten?

Verpackungsdesign spielt für uns eine zentrale Rolle, da es oft der erste Berührungspunkt des Konsumenten mit einem Produkt ist. Gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeit wird es immer wichtiger, dass die Verpackung nicht nur ästhetisch ansprechend ist, sondern auch funktional und umweltfreundlich. Konsumenten legen zunehmend Wert auf nachhaltige Materialien, recycelbare oder sogar kompostierbare Verpackungen, und sie erwarten, dass Marken Verantwortung übernehmen.

Wir bei WiNK achten darauf, diese Werte im Designprozess zu integrieren. Das bedeutet, dass wir immer nach Lösungen suchen, die ressourcenschonend sind und gleichzeitig das Produkt optimal präsentieren. Hier kommt es darauf an, innovative Materialien und Techniken zu verwenden, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, ohne dabei Kompromisse bei der Funktionalität oder Ästhetik einzugehen.

Gleichzeitig muss das Verpackungsdesign auch das Konsumverhalten widerspiegeln. Verbraucher entscheiden sich zunehmend für Marken, die ihre Haltung zu Themen wie Regionalität, Ethik und Umweltschutz klar kommunizieren. Eine nachhaltige Verpackung allein reicht nicht aus – sie muss Teil einer ganzheitlichen Markenbotschaft sein. Unser Ziel ist es, Verpackungen zu gestalten, die den Werten der Marke und den Bedürfnissen der Konsumenten entsprechen und dabei eine Geschichte erzählen, die den Käufer emotional anspricht.

Welche Trends im Bereich Food und Ernährung findest du besonders spannend, und wie integriert ihr diese in eure Arbeit bei WiNK?

Transparenz ist sicherlich ein Trend, den ich persönlich besonders gern verfolge.  Sei es in der Transparenz über die Herkunft der Rohstoffe, Verarbeitungsverfahren, Handelsketten. Bis hin zur transparenten Kommunikation zum Kunde. Bei Produkten und Verpackungen setzen wir auf Ehrlichkeit und vermeiden leere Versprechen.

Spannend finde ich auch, wie sich die Nutzung von Rezeptbüchern und die Fähigkeit vom selbst Kochen verändert. Das klassische Kochbuch wird zum Design- und Lifestylestatement – aber wird daraus auch gekocht? Inspiriert uns die Flut an Influencer- und YouTube-Kochvideos wirklich zum Nachkochen – oder verleiten sie bloss das Erleben durch das Zuschauen? Und während der Take-away-Markt wächst, stellt sich die Frage: Verkümmert die Kunst des Selberkochens allmählich, oder findet sie auf neuen Wegen zurück in den Alltag?

Was möchtest du in Zukunft noch bewegen?
Derzeit liegt mein Fokus darauf, ein stabiles Team aufzubauen, mit spezifischem Know-how zu Design, Kommunikation und Foodwissen. Mein persönliches Engagement liegt darin, dass die Wertschätzung und das Bewusstsein für «gute» Lebensmittel und Marken aus dem Foodsystem wächst. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit smartem Packaging Design und sympathischen Marken einen positiven Beitrag leisten können.

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